TRENDS

In diesem Bereich geben wir Ihnen einen Überblick über aktuelle Trends und Entwicklungen innerhalb der Marktforschung. Institutsübergreifend wollen wir Ihnen neue Methoden, Vorgehensweisen und Forschungsrichtungen vorstellen, die unserer Meinung nach in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden.

 

Ethnografische Forschung

 

Ethnografie (griechisch: Völkerbeschreibung) ist eine ursprünglich aus der Ethnologie (=Völkerkunde) stammende Methode, die durch eine teilnehmende Beobachtung und eine unmittelbare, intensive und persönliche Konfrontation des Forschers mit dem untersuchten Forschungsfeld gekennzeichnet ist.

 

Diese in der qualitativen Marktforschung an sich nicht neue Methode wird in den letzten Jahren zunehmend eingesetzt, um unmittelbare Einblicke in das Verbraucherverhalten in Alltagssituationen zu ermöglichen. Relevante Ergebnisse erhält man durch die Kombination von Beobachtung und Befragung.

 

Neuropsychologische Forschung

 

Neuromarketing ist ein Forschungsgebiet, in dem neurophysiologische und psychologische Erkenntnisse für das Marketing interpretiert werden. Mit Hilfe bildgebender Technologien (Magnetresonanztomografie) wird untersucht, welche Areale im menschlichen Gehirn durch konsumentenrelevante Reize (z. B. Markennamen oder Verpackungen) aktiviert werden. Man verspricht sich hiervon ein besseres Verständnis der Emotionen und Kognitionen im menschlichen Gehirn und dadurch eine Ableitung über die wahren Bedürfnisse und Wünsche von Konsumenten.

 

Die neuropsychologische Forschung, durch die solche Erkenntnisse gewonnen werden sollen, steht aber noch ganz am Anfang und wird in absehbarer Zeit keine marketingrelevanten Ergebnisse liefern.

 

Qualitative Onlineforschung

 

Neben der seit Jahren in der Marktforschung etablierten Onlineforschung, die eher quantitativen Charakter hat, gewinnt in letzter Zeit die qualitative Onlineforschung zunehmend an Bedeutung. Erst jetzt sind die Voraussetzungen gegeben (verbesserte Software, schnellere Internetanschlüsse, größere Computerkapazitäten, Web 2.0 und offeneres Nutzerverhalten), um sowohl Einzelgespräche als auch Gruppengespräche online in einer qualitativen Art und Weise (mit entsprechendem Freiraum für offenes, spontanes und unbeeinflusstes Antwortverhalten) durchführen zu können.

 

Die Berücksichtigung der Besonderheiten des Internets und weiterentwickelte Technologien werden in Zukunft eine ganze Reihe innovativer qualitativer Onlinemethoden ermöglichen.